Spiele bei den alten Griechen
So interessant und ergiebig das
alte Ägypten in Hinblick auf die Geschichte des Spiels auch ist,
wir machen einen Sprung über das Mittelmeer nach Griechenland. Wer
die heutigen Griechen kennt und sie einmal beim Spiel im Kaphenion beobachtet
hat, ahnt bereits, dass hier eine uralte Spielkultur besteht, die eigentlich
nie unterbrochen war. Jahrhunderte lang traute man ihnen durchaus zu,
auch das Schachspiel erfunden zu haben.
Entstanden sei es, so besagt die Legende, aus purer Langeweile. Während
der langwierigen Belagerung Trojas wurde das Kriegsvolk ungeduldig, Aufruhr
und Empörung griffen um sich. Da habe Palamedes sie mit diesem Spiel
beschäftigt, das so spannend war, dass sie über ihre Spielleidenschaft
ganz und gar ihren Zorn vergaßen.
Gestützt wird diese Geschichte durch eine Amphora des Exekias aus
der Zeit um 530 v.Chr., auf der Archill und Ajax beim Spiel dargestellt
werden. Sie sollen ja nach Homer an der Belagerung Trojas teilgenommen
haben. Die Legende ist so hübsch, dass man sie lange Zeit für
bare Münze nahm. Wer genauer hinschaut, findet allerdings nur den
Beweis, dass die Griechen, wie eben auch die Ägypter, bereits Brettspiele
kannten und turmartige Spielsteine benutzten. Von Schachfiguren ist auch
auf der genannten Vase nichts zu sehen.
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