Schach
Schachfiguren
Schach (vom pers.: Schah = König; stehende Metapher: "Das Königliche
Spiel") ist ein strategisches Brettspiel für zwei Spieler, bei
dem der Zufall keine Rolle spielt (außer beim Losen um die Farbe,
d. h. um den ersten Zug), sondern lediglich das Können der Spieler.
Begriffe
Jeder der beiden Spieler besitzt zu Beginn des Spieles 16 Spielfiguren.
Es sind jeweils acht Bauern, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer,
eine Dame und ein König. Das Schachbrett
wird so zwischen die Spieler positioniert, dass sich jeweils unten rechts
ein weißes Feld befindet. Die Spielfiguren werden, wie im Bild gezeigt,
zu beiden Seiten des Brettes aufgestellt, in der vorletzten Reihe die
Bauern, in der letzten Reihe die anderen Figuren in der Reihenfolge (von
links nach rechts für Weiß, für Schwarz umgekehrt): Turm,
Springer, Läufer, Dame, König, Läufer, Springer, Turm.
Dabei kommt die Dame bei beiden Seiten auf einem Feld ihrer eigenen Farbe
zu stehen (lat. "regina regit colorem", auf deutsch etwa "Die
Dame bestimmt die Farbe des Feldes!").
Die Spieler ziehen abwechselnd mit den Figuren, wobei der Spieler mit
den weißen Figuren beginnt. Die Figurenbewegung durch einen Spieler
nennt man einen Halbzug. Haben beide Spieler einen Halbzug ausgeführt,
spricht man von einem Zug.
Auf einem Feld darf immer nur eine Figur stehen. Eine Figur blockiert
dabei das Feld für alle Figuren der eigenen Farbe, nicht jedoch für
die gegnerischen: Trifft eine Figur in einem Feld auf eine gegnerische,
so wird diese gegnerische Figur vom Spielfeld genommen. Man sagt, die
Figur wird geschlagen.
Als Opfer bezeichnet man das absichtliche Aufgeben eines Spielsteines
aus strategischen Gründen (beispielsweise Damenopfer). Eine besondere
Form des Opfers ist das Gambit, ein Bauernopfer in der Eröffnung
zwecks schnellerer Entwicklung oder Vorteilen im Zentrum (beispielsweise
das Königsgambit 1. e2-e4, e7-e5; 2. f2-f4).
Kann eine weiße Figur theoretisch im nächsten Zug geschlagen
werden (gibt es also eine schwarze, die im nächsten Zug auf das von
der weißen Figur eingenommene Feld ziehen kann), so heißt
die Figur bedroht (altertümlich: sie steht en prise). Gibt es eine
weiße Figur, die gegebenenfalls im darauf folgenden Halbzug die
schlagende schwarze Figur zurückschlagen kann, so heißt die
ursprüngliche weiße Figur gedeckt. Mit vertauschten Farben
gilt das entsprechend.
Ist einer der Könige bedroht, spricht man davon, dass er im Schach
steht, dafür war zeitweise die Warnung "Schach!" vorgeschrieben
(vgl. Gardez).
Schachmatt
Es gewinnt der Spieler, der den gegnerischen König schlagen könnte,
ohne dass der Gegner dies verhindern kann. Diese Situation heißt
Schachmatt (persisch: "Schah mat" = "Der König ist
tot"). Der Zug, in dem der König geschlagen werden könnte,
wird dabei nicht mehr ausgeführt (Ausnahmen davon gab es früher
im Blitzschach). Eine weitere Möglichkeit zum Spielgewinn ist die
Aufgabe des Gegners - es steht jedem Spieler frei, jederzeit das Handtuch
zu werfen.
Mit Ausnahme dieses Falles darf jedoch nicht auf einen Zug verzichtet
werden. Steht einem Spieler keine Zugmöglichkeit zur Verfügung,
befindet sein König sich jedoch nicht im Schach, so spricht man von
einem Patt, die Partie endet in diesem Fall remis (unentschieden).
Ein Spiel endet auch dann remis,
· wenn es durch keine Zugkombination und ungeschicktestem Spiel
des Gegners mehr möglich ist, Matt zu setzen (tote Stellung),
· wenn sich die beiden Spieler darauf einigen,
· wenn 50 Züge lang keine Figur geschlagen und kein Bauer
bewegt wurde (50-Züge-Regel) und ein Spieler dies reklamiert,
· bei dreimaliger Wiederholung (nicht unbedingt hintereinander)
derselben Stellung mit demselben Spieler am Zug und den gleichen Zugmöglichkeiten
(Rochade, en-passant), wenn ein Spieler dies reklamiert,
· wenn die Zeit beider Spieler abgelaufen ist und es nicht nachweisbar
ist, wer die Zeit zuerst überschritten hat.
Die Figuren dürfen nur nach bestimmten Regeln gezogen werden:
Die Figuren dürfen nur nach bestimmten Regeln gezogen werden:
· Der Bauer darf immer nur
ein Feld nach vorne ziehen. Dabei bestehen vier Ausnahmen: Der erste Zug
eines jeden Bauern kann zwei Felder nach vorne führen. Eine Figur
direkt vor dem Bauern darf dieser nicht schlagen. Der Bauer schlägt
Figuren, die schräg vor ihm stehen. Der Bauer ist damit die einzige
Figur im Schachspiel, die nicht so schlägt, wie sie zieht.
Eine Besonderheit besteht im Schlagen im Vorübergehen - en passant:
Wenn ein Bauer von seiner Ursprungsstellung aus zwei Felder nach vorne
zieht und dabei ein Feld überquert, das von einem gegnerischen Bauern
angegriffen wird, so darf der Gegner diesen Bauern schlagen, indem er
seinen Bauern auf das überquerte, vorher angegriffene, Feld setzt.
Dieser Zug darf nur sofort nach dem zweifeldrigen Vorrücken des Bauerns
durchgeführt werden.
Gelangt ein Bauer eines Spielers ans andere Ende des Spielfeldes (auf
eines der Felder, auf denen in der Anfangsstellung die Offiziere des Gegners
stehen), so kann der Bauer nach freier Wahl des Spielers in Dame, Turm,
Läufer oder Springer umgewandelt werden: Der Bauer verlässt
das Spiel, auf das entsprechende Feld wird die neue Figur gesetzt. Die
Umwandlung ist nicht davon abhängig, ob die gewählte Figur zuvor
geschlagen wurde. Ein Spieler kann so zum Beispiel eine zweite Dame oder
einen dritten Springer bekommen.
· Der Turm darf beliebig weit,
aber immer nur vertikal oder horizontal entlang einer Linie oder Reihe
gezogen werden. (Siehe aber unter König zur "Rochade".)
· Der Läufer darf ebenfalls
beliebig weit ziehen, aber immer nur diagonal. Wegen der Grundaufstellung
und dieser Regel betritt der eine Läufer eines jeden Spielers nur
weiße, der andere nur schwarze Felder, weshalb man sie auch den
weißen und den schwarzen Läufer nennt.
· Der Springer zieht im so
genannten "Rösselsprung": Zwei Felder in einer Linie oder
Reihe in eine Richtung und ein Feld zur Seite (oben, unten, links oder
rechts).
· Die Dame darf sich beliebig
weit sowohl diagonal wie rechtwinklig bzw. parallel zu den Spielfeldrändern
bewegen.
· Der König darf sich
ebenfalls in jede Richtung bewegen, jedoch immer nur ein Feld weit. Er
hat des Weiteren die Möglichkeit eines besonderen Zuges, der Rochade:
Dabei zieht der König auf der Grundlinie von seiner Ursprungsstellung
aus entweder zwei Felder nach links oder zwei Felder nach rechts auf einen
Turm zu und dieser Turm springt über den König hinweg direkt
auf das benachbarte Feld. Dieser Zug ist nur möglich, wenn der König
nicht gerade im Schach steht, weder er noch der betroffene Turm bislang
bewegt wurden, keine anderen Figuren zwischen den beiden stehen und der
König kein angegriffenes Feld überqueren oder betreten muss.
· Figuren dürfen einander nicht überspringen. Sie dürfen
also immer nur höchstens soweit gezogen werden, wie sie nicht durch
eine andere eigene Figur in ihrer Bewegung blockiert werden (dann müssen
sie vor dem entsprechenden Feld stoppen), oder bis auf das Feld, auf dem
die erste gegnerische Figur in der Bahn steht. In diesem Falle schlagen
sie die gegnerische Figur und kommen auf deren Feld zu stehen. Nur der
Springer kann eigene und gegnerische Figuren während seines Zuges
überspringen. Eine weitere Ausnahme von dieser Regel ist die oben
genannte Rochade.
· Wird ein König von einer gegnerischen Figur bedroht (die
diesen König also im nächsten Zug schlagen könnte), so
steht dieser König im Schach. Der Spieler, dem dieser König
gehört, muss diese Situation bereinigen, er darf also nicht einen
Zug wählen, nach dem der König weiterhin im Schach stünde.
Kann er das nicht, so ist er schachmatt und hat das Spiel verloren.
Spielverlauf
Jede Partie Schach beginnt mit der Eröffnung. Je nachdem, welche
Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer offenen, halboffenen
oder geschlossenen Partie.
Viele Eröffnungen wurden ausführlich analysiert, es gibt sehr
umfangreiche Werke darüber. Wird in der Eröffnung ein Bauer
geopfert, um dafür anderweitige Vorteile zu erzielen, nennt man die
Eröffnung ein Gambit (z.B. Schottisches Gambit, Damengambit, Königsgambit).
Schachprogramme haben meist eine Eröffnungsbibliothek, in der die
erfolgversprechendsten Varianten der jeweiligen Eröffnungen gespeichert
sind.
Im Mittelspiel ist der Spieler dann auf sich selbst gestellt und versucht
mit einer guten Strategie und mit Taktik den Spielverlauf für sich
günstig zu beeinflussen. Einige häufig durchgeführte Strategien
haben eigene Namen erhalten. Oft bedient sich der Schachspieler gelernter
Motive.
Sind nur noch wenige Figuren auf dem Schachbrett, so spricht man vom Endspiel.
Im Endspiel geht es meistens darum, einen Bauern auf die gegnerische Grundlinie
zu bringen und so in eine Dame umzuwandeln. Mit diesem materiellen Übergewicht
kann die Partie dann meist leicht gewonnen werden.
Wikipedia
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